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Österreichische Gemeinden: Das Carsharingmodell in österreichischen Städten und Gemeinden

Im Gegensatz zum globalen Trend hat der Bereich Carsharing in Österreich in den letzten 15 Jahren stagniert. Doch die Einführung der Elektromobilität auf der einen Seite und der Einstieg neuer Akteure in den Markt andererseits haben den Sektor neu belebt.

Der Kontext

Elektromobilität verlangt nach neuen Konzepten der Fahrzeugnutzung. Die österreichischen Fallbeispiele werden dazu beitragen, gegen den derzeitigen Mangel an Konzepten und Vorzeigemodellen anzugehen und Elektrofahrzeuge im Carsharing zu fördern.

Vorarlberg ist die erste österreichische Modellregion für Elektromobilität, die vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung gefördert wurde. Das 2009 gestartete Projekt VLOTTE ist zu einer der größten europäischen Modellregionen geworden. Nach den ersten drei Jahren waren 357 Elektrofahrzeuge auf der Straße und haben insgesamt 2,5 Millionen Kilometer zurückgelegt. Außerdem wurde eine flächendeckende Ladeinfrastruktur, inklusive dreier Schnellladestationen an strategischen Plätzen, aufgebaut.

VLOTTE hat zusammen mit Partnern ein umfangreiches Mobilitätspaket entwickelt.
Von Beginn an war ein Carsharingbetrieb mit Elektrofahrzeugen geplant, doch scheiterten die ersten Versuche u.a. aus folgenden Gründen:

  • Fehlende Erfahrung und Fachkenntnis im Bereich Carsharing
  • Fehlen geeigneter Technologie
  • Unklare rechtliche Rahmenbedingungen (bspw. waren laut Wirtschaftskammer nur Autovermietungen dazu berechtigt, PKWs zu vermieten)
  • Schwierige Bedingungen im ländlichen Raum für Carsharing (z.B. größere Entfernungen und niedrige Bevölkerungsdichte)

Parallel zum VLOTTE-Projekt hat Caruso ein Konzept für peer-to-peer Carsharing entwickelt und integriert nun auch Elektrofahrzeuge. Das Vorhaben startete äußerst erfolgreich und vielversprechend, weswegen Unternehmen und Verwaltungen Interesse an e-Carsharing Programmen zeigen.

Carsharing in dünn besiedelten Gebieten ist eine große Herausforderung - insbesondere mit Elektrofahrzeugen. Eine entscheidende Frage wird sein, wie ein kultureller und verhaltensbezogener Wandel vom Autobesitz hin zur flexiblen Autonutzung und vom Erdöl hin zu erneuerbaren Energien stattfinden kann. Speziell in Kleinstädten und ländlichen Gebieten, wo viele Menschen auf private Autos angewiesen sind, ist es schwierig, traditionelle Mobilitätsmuster zu verändern. Im Projekt eBRIDGE werden Unternehmen und Verwaltungen, welche einen zweiten Versuch unternehmen möchten, vom eBRIDGE-Konsortium dabei unterstützt, die Effizienz ihrer Fuhrparks zu verbessern sowie gemischte Konzepte, für geschäftliche und private Nutzung, auszuprobieren.

Die Aufgaben

Intermodale Mobilitätskonzepte

Ein reibungsloser Ablauf der Nutzung im Alltag stellt eine Voraussetzung für die erfolgreiche Einführung eines neuen Mobilitätskonzepts dar. Unsere Aufgabe ist es zum einen, Werkzeuge und Maßnahmen zu präsentieren, welche diesen reibungslosen Ablauf ermöglichen und zum anderen die Nutzer, insbesondere in der Einführungsphase, mit den neuen Regeln vertraut zu machen.

Informationsmaterial, wie FAQs (häufig gestellte Fragen) wird erarbeitet, es wird angestrebt, eine positivere Einstellung gegenüber Elektrofahrzeuge zu generieren und den Leuten die Angst vor zu geringer Reichweite der Fahrzeuge zu nehmen. So kann die Anzeige des aktuellen Batteriestatus dazu beitragen, diese anfängliche Hemmschwelle zu überwinden.

Einführung von Carsharing in Unternehmen und Verwaltungen

Während des Projektes werden 18 Elektrofahrzeuge von Verwaltungen und Unternehmen im Carsharingbetrieb sein. Die Fahrzeuge werden sowohl für geschäftliche als auch für private Fahrten genutzt werden können.

Marketing- und Informationskampagnen

Informationsmaterialien werden erstellt, um das Bewusstsein für Elektromobilität zu steigern und Vorurteile abzubauen. Die Broschüren und Flyer werden an Nutzer und interessierte Firmen verteilt, um einen kulturellen Wandel hin zu einer nachhaltigeren Mobilität zu unterstützen.

Evaluation der Nutzung

Buchungsdaten und Fahrwege werden im Rahmen des Projektes evaluiert. Der fortwährende Kontakt mit den Nutzern hilft dabei, ein verlässliches Feedback zu den persönlichen Erfahrungen zu erhalten und die angewendeten Konzepte zu verbessern.

Die Ziele

Neben dem übergeordneten Ziel, E-Carsharing im Kontext der Geschäftsmobilität zu etablieren, werden von den lokalen Partnern konkrete Ziele hinsichtlich der Optimierung des Betriebes und einer generellen Bewusstseinsbildung verfolgt.

Konkrete Ziele zum operativen Betrieb sind:

  • Verbreitung elektrischer Fuhrparks
  • Verbesserte Nutzung der Kapazitäten
  • Höhere Nutzerzahlen
  • Mehr Unternehmen und Institutionen, die Elektromobilität nutzen

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